Beobachtungspunkte im NSG Twedter Feld

Im NSG Twedter Feld gibt es drei Beobachtungspunkte (Aussichtspunkte)

Beobachtungspunkt am Blocksberg

Blick vom Beobachtungspunkt am Blocksberg nach Westen im Januar 2015

Blick nach Südwesten am 1.4.2013

Blick vom Beobachtungspunkt nach Norden im Oktober 2005

Blick nach Osten im Jahr 2015


 

Seit 2006 schon steht Naturfreunden, die im Naturschutzgebiet Twedter Feld spazieren gehen, ein auf Anregung des NABU von der Unteren Naturschutzbehörde errichteter Beobachtungspunkt am Blocksberg (dieser Weg läuft senkrecht von der Nordstraße abgehend auf das Naturschutzgebiet zu) zur Verfügung.

 

Der Punkt liegt etwas erhöht, so dass man einen Überblick über die Landschaft gewinnt. Man befindet sich hier an der Nahtstelle zwischen dem Naturschutzgebiet einerseits und intensiver Landwirtschaft andererseits. Auf einer auf drei Seiten von Wald umgebenen recht natürlichen Weide, auf die man nach Nordosten vom Beobachtungspunkt herunterblickt, grasen häufig Schafe mit ihren Lämmern. Solche Waldweiden sind landesweit selten geworden.

 

In einer Senke der Weide liegt ein kleines binsenumstandenes Quellgebiet, aus dem ein Bach seinen Lauf aufnimmt, der zur Weesbek fließt.

 

Am Rand der Waldweide schließt sich ein adlerfarnbestandener Knick an. Nicht weit entfernt sieht man Felder und Stallungen eines Hofs mit intensiver Milchwirtschaft.

 

Die Weide südöstlich des Beobachtungspunktes wird derzeit intensiv bewirtschaftet und gehört nicht zum Naturschutzgebiet.

 

Die Weide westlich des Wegs (Mühlenbekwiese) wurde bis Ende 2010 intensiv bewirtschaftet, obwohl sie im Naturschutzgebiet liegt. Bis dahin war sie richtig ertragreich monoton grün, nun wird sie wieder bunter. 2012 wurden am Waldrand auf dieser Wiese zwei Teiche angelegt. Vom Beobachtungspunkt aus kann man den östlichen dieser Teiche überblicken. Man kann zum Beispiel zur Zeit der Mauser hier Graugänse gut und ohne zu stören beobachten (siehe dazu Bildergalerie Twedter Feld).

 

Der Waldrand, den man auf großer Länge vom Beobachtungspunkt überblickt, ist ein Saumbiotop. Derartige Biotope gelten oft als recht artenreich. Zwar sind nun hier keineswegs jederzeit spannende Beobachtungen zu garantieren, zur richtigen Jahres– und Tageszeit sind aber doch oft interessante Tiere wahrzunehmen. Ganz wichtig ist dabei häufig ein guter Feldstecher. Die Balustrade des Beobachtungspunktes ist bewusst so konstruiert worden, dass man sich bei Beobachtung mit einem Feldstecher gut abstützen kann. So kann man dann an größeren Tieren z.B. neben Reh- und Damwild sowie Hasen auch gelegentlich den Fuchs sehen. An selteneren Vögeln sind in den letzten 2 Jahren hier z.B. Baumfalke, Großer Brachvogel, Waldschnepfen, Trauerschnäpper und Singschwäne, Rostgänse und Kraniche zu beobachten gewesen. Etwas regelmäßiger zu sehen sind Kolkraben, Dohlen, Turmfalken, Rohrweihen, Mäusebussarde (deren Horstbau auch zeitweilig gut zu verfolgen war), Feldlerchen, Kleiber, Rotdrosseln, Rauch- und Mehlschwalben, Rohrammern, Goldammern, Sprosser (hier im Sommer abends manchmal zu hören), Neuntöter, Dorngrasmücken und Sumpfrohrsänger. An Insekten waren mehrfach Moschusböcke, Waldbrettspiel, Hornissen, Sandbienen, verschiedene Libellen z.B. Großer Blaupfeil und Plattbauch festzustellen. Waldeidechse und Erdkröten leben hier und abends sind im Sommer oft Breitflügel- sowie Zwerg- und Mückenfledermäuse zu sehen. 

 


Beobachtungspunkt Mühlenbekwiese

 

Ein weiterer  Beobachtungspunkt liegt am südlichen Teil des Hauptwegs am Waldrand, auf der Höhe des Bereichs, an dem der östliche Arm der Mühlenbek in den Wald hineinfließt.

Man blickt von diesem Punkt nach Norden auf einen Waldrand mit hohen Buchen und nach Süden auf den Rand eines Knicks. Die Wiese dazwischen war bis 2010 sehr eintönig fast nur mit Vielblütigem Raigras und Wiesenschwingel bestanden, da sie intensiv landwirtschaftlich genutzt wurde. Da sie jetzt im Besitz der Stiftung Naturschutz ist, kann sie sich seitdem naturnäher entwickeln.

 

Im Osten wird diese Wiese von einem Weg begrenzt, der nordwärts zu dem Aussichtspunkt am Blocksberg führt und südwärts zur Nordstraße.

 

In etwa in Blickrichtung läuft durch die Wiese ein unnatürlich gerade wirkender grabenförmiger Abschnitt des östlichen Arms der Mühlenbek, der an seinen Enden fast rechtwinklig abknickt. Diesen Verlauf hatte dieser Abschnitt der Mühlenbek aber schon in etwa (nach alten historischen Karten) 1877. Dieser östliche Arm tritt in den Wald ein. Er wird im Waldesinneren zeitweilig aufgestaut, bildet dort kleinere auwaldartige Bereiche, vereinigt sich im NSG mit dem westlichen Arm der Mühlenbek, außerhalb des NSG dann mit der Weesbek, bildet im Wald danach zum Teil romantisch anmutende Bachschluchten mit angedeutetem Schwarzwaldspekten und mündet bei Meierwik in die Förde.

 

Rechts hinter dem Beobachtungspunkt liegt ein Bruchwald, aus dem man im Frühjahr Sumpfmeise und Singdrossel rufen hört. Das Wasser aus diesem Bereich drückt in die Wiese, die etwas rechts des geraden Bachabschnitts daher häufig feucht oder überschwemmt ist. Hier kann man im Winter manchmal größere Scharen von Wacholderdrosseln bei der Nahrungssuche beobachten. Fast ganzjährig sieht man hier Bachstelzen, in der Zugzeit auch Schwärme mit mehr als 50 Vögeln. Auch der Wiesenpieper und vor allem frühmorgens zahlreiche Singdrosseln sind hier im Frühjahr festzustellen. Fasane suchen häufiger am Rand der Hecke nach Nahrung und flüchten schnell in die Hecke, wenn der Mäusebussard, wie oft zu sehen, vom Waldrand auf die Wiese heruntersegelt. Im Bach steht manchmal ein Graureiher, Waldwasserläufer sind an ihm in der Zugzeit gelegentlich zu beobachten.

 

Aus dem Waldrand treten häufig Rehe auf die Wiese hervor und äsen dort. Auch Hasen lassen sich recht regelmäßig beobachten, wenn das Gras nicht zu hoch ist. Manchmal ragen nur ihre Löffel heraus. Ab Mai blüht das Wiesenschaumkraut und oft fliegt dann zwischen den Blüten der Aurorafalter dicht vor dem Beobachtungspunkt herum. Von Mai ab jagen abends auch Fledermäuse am Waldrand. Der Kuckuck ist häufig zu hören und man sieht ihn mit etwas Geduld dann auch über die Wiese fliegen. Zeitweilig kann man im Sommer hier auch vielen Schwalben bei der Insektenjagd zuschauen. Bilder hierzu finden sich in der "Bildergalerie Twedter Feld" auf dieser Webseite. 

 

 

Auf dieser Karte aus dem Jahre 1877 sind die Positionen der Beobachtungspunkte an der Mühlenbekwiese (Quadrat) und am Blocksberg - wobei es diese Aussichtspunkte damals natürlich noch nicht gab - markiert. Der Beobachtungspunkt an der Mühlenbekwiese hätte auf der Höhe des längst verschwundenen Kauslunder Bahnhofs in einem Moor gelegen. Der Zuschnitt der beiden Wiesen vor dem Aussichtspunkt und der Bachverlauf sind recht gleich geblieben. Die Waldwiese vor dem Beobachtungspunkt am Blocksberg gab es damals auch schon, aber sie war kleiner. 

 

Blick auf die Mühlenbekwiese im September 2009, sie ist noch ganz von intensiver landwirtschaftlicher Nutzung  geprägt und 11Jahre später im Mai 2020 (Bild unten) nach Übergang auf extensive Bewirtschaftung.

Gebirgsstelze auf der Mühlenbekwiese

 

Mühlenbekwiese im November 2018

 


 Ein Fuchs im Juli 2020 auf der Mühlenbekwiese.

 

 Kraniche auf der Mühlenbekwiese im Juni 2023

 


Beobachtungspunkt an den Schießstandwällen im Waldteil des NSG

Seit Oktober 2008 gibt es im NSG Twedter Feld einen im Waldteil des NSG gelegenen, von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Flensburg und dem NABU gemeinsam konzipierten und finanzierten Beobachtungspunkt. Er liegt in einem nur für Fußgänger zugänglichen Bereich des Naturschutzgebietes am Nordteil des Rundwegs durch das Gebiet, dort wo westlicher und östlicher Arm der Mühlenbek zusammenfließen.

 

An diesem Entstehungsort der Mühlenbek also liegt der Beobachtungspunkt erhöht auf einem alten Schießstandwall aus dem Kaiserreich. So bietet sich eine interessante Aussicht auf das Kerbtal der Mühlenbek, das typisch für eine Jungmoränenlandschaft ist und besonderen gesetzlichen Schutz genießt.

 

Im Frühjahr kann man manchmal in diesem Kerbtälchen die Gebirgsstelze beobachten, die in der Nähe auch gebrütet hat.

 

Nach Süden blickt man in einen schönen auwaldartigen Forstteil zwischen den beiden Armen der Mühlenbek. Wenn man Glück hat, kann man hier manchmal Waldschnepfen sehen.

 

Nach Norden geht der Blick über zwei weitere Wälle auf einen zunehmend Wildnischarakter annehmenden Landschaftsteil mit Bruchwald und Tümpeln, die zeitweilig dicht von Wasserfedern bewachsen sind. Die Tümpel sieht man aber nur bei höherem Wasserstand, wenn die Vegetation nicht zu dicht ist. 

 

An den zum Teil abgestorbenen Bäumen sind manchmal verschiedene Baumpilze auszumachen, z.B. der Birkenporling. In diesem Bereich war im Sommer schon mehrfach der Sprosser zu hören, oft trommeln oder rufen hier Buntspechte. Im zeitigen Frühjahr grenzen hier intensiv akustisch markierte Reviere mehrerer Zaunkönige und Rotkehlchen aneinander. Später im Frühjahr hört man hier Mönch- und Gartengrasmücke sowie manchmal den Trauerschnäpper. Abends hallt häufig der Ruf des Waldkauzes durch den Wald und man kann manchmal Fledermäuse beobachten. 

 

 

Blick vom Beobachtungspunkt an den Schießstandwällen nach Norden im Februar 2017.

 

Blick in dieselbe Richtung wie oben im November 2025

 

Zusammenfluss des westlichen und östlichen Arms der Mühlenbek vom Beobachtungspunkt an den Schießstandwällen aus gesehen am 7.4.2013.

 

Rainer Niss