© Rainer Niss
Eine Türkentaube im Mai 2026 im westlichen Randbereich des NSG Twedter Feld.
Im westlichen Randbereich des NSG Twedter Feld trifft man häufiger auf die Türkentaube. Mitten im NSG habe ich sie noch nie gesehen. Sie gilt ja als Kulturfolger und lebt meist siedlungsnah. Im NSG, vor allem im Grünland, sucht sie aber manchmal nach Nahrung zum Beispiel Körnern.
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An der Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense), einer bei Landwirten recht unbeliebten Pflanzenart, findet sich häufiger ein Pilz, der Ackerkratzdistelrost (Pucccinia suaveolens oder punctiforme), der zunächst optisch nicht besonders beeindruckend ist, man kann orangefarbene Punkte an den Blättern erkennen. Im Vordergrund sieht man auf dem oberen Bild eine normale Ackerkratzdistel, dahinter eine vom Pilz befallene, aufgenommen im Mai 2026 auf der Wiese der Stiftung Naturschutz im NSG Twedter Feld.
Die ganze Pflanze ist infiziert, der Pilz steckt auch in den Wurzeln und hat die Pflanze deformiert.
Interessant ist aber, dass der Pilz einen ausgeprägten Duft verbreitet. Dies Pflanze roch aufdringlich stark nach Honig. Der Pilz soll auch nach Veilchen riechen können. Dieser das Vorhandensein von Blüten vortäuschende Geruch lockt Insekten an, die die Sporen des Pilzes übertragen. Man spricht von Geruchsmimikry.
Die Ackerkratzdistelkann sich auch über Wurzelsprosse vermehren. Auch aus Wurzelrestchen von nur 1 cm Größe kann sie wieder austreiben. Auch weil der Pilz die Distel unterirdisch schwächen kann, ist er erfolgreich bei der biologischen Kontrolle der Kratzdistel eingesetzt worden. Das untere Bild zeigt bei Lupenvergrößerung die Spermogoniendes Pilzes (eine Form von Sporenlager), die den Honigduft produzieren.
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Wenn die Gewässer zugefroren sind und höherer Schnee liegt, haben Vögel wie der Graureiher oft Probleme und können durchaus auch verhungern. Hier ist, der Spur nach zu schließen, am 9.2.2026 ein Graureiher auf einen kleinen offenen Bereich eines sonst völlig vereisten Baches im Twedter Feld zugeschritten, hat wohl aber nicht Fressbares gefunden und ist weitergeschritten.
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Die meisten Rindenpilze sehen für das bloße Auge recht langweilig und meistens weiß oder cremefarben aus. Mit seinen leuchtend violetten Farben bildet dieser Pilz – der Violette Knorpelschichtpilz – eine Ausnahme. Meterlang überzieht er hier im Dezember 2025 im Twedter Feld einen Buchenstamm. Er ist sehr häufig und wächst meistens auf Baumrinde oder der Schnittfläche unlängst gefällter Bäume.
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Ein Erlen-Schillerporling im Oktober 2025 im Twedter Feld. Dieser Pilz wächst gerne an Erlen, die in feuchten Bereichen stehen. Derartige Bereiche sind im Twedter Feld häufig. Er erscheint im Spätsommer und wirkt dabei oft recht farbenfreudig; im Winter stirbt er ab und wird unansehnlich braun.
Die Tropfen, die im Bild sichtbar sind, scheidet er in seiner Wachstumsphase aus.
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Eine Schlupfwespe, wohl die Gelbe Schlupfwespe (Amblyteles armatorius), im Juli 2025 im Twedter Feld. Sie sitzt hier in den Blüten des Roten Straußgrases. Meistens findet man sie sonst auf den Blüten von Doldenblütlern oder Disteln, wo sie Nektar aufnimmt. Sie parasitiert die Raupen des Schmetterlings Hausmutter. Bei der Raupe, die man im Hintergrund in der Blüte unscharf sieht könnte es sich um die einer Hausmutter handeln.
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Im Juni 2025 im Twedter Feld: Hier hatte eine Wegwespe durch einen Stich eine Wolfspinne, die wesentlich größer war als sie selbst, zum Teil gelähmt. Sie schleppte die Spinne - zunächst an deren Vorderkörper zerrend - bis zur Öffnung ihres Nestes. Dann packte sie die Spinne am Hinterleib, schlüpfte in den Nesteingang und zog die Wolfsspinne in das Nest hinab, wobei die Spinne noch versuchte ihrem Schicksal zu entgehen und heftig mit den Beinen zappelte.
Sie blieb aber als lebende Nahrung für die Larve der Wespe in der Erde. Einige Minuten später erschien die Wegwespe wieder an der Oberfläche (Bild unten).
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Ein Leiterbock (Saperda scalaris) Ende Mai 2025 im Twedter Feld. Die Zeichnung dieses schönen Käfers kann recht stark variieren. In Schleswig-Holstein ist er nicht sehr häufig zu finden (er steht auf der Roten Liste).
Sein Vorkommen im Twedter Feld dürfte durch den Totholzreichtum dort mit begründet sein.
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Ein Waldbrettspiel im Mai 2025 im NSG Twedter Feld. Zwei Augen im hinteren rechten Flügel wurden herausgehackt. Diese hatten wahrscheinlich einen Vogel zu einer Fehlsteuerung seiner Attacke geführt. Der Vogelschnabel hat den verletzlichen Leib des Schmetterlings knapp verfehlt, indem er auf die Augen zielte. Die fehlenden Augen haben dem Schmetterling so ein paar schöne Maitage mehr ermöglicht.
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Dieses Bild von März 2025 aus dem Twedter Feld gibt einen Einblick in die Kleinlebewelt der Gewässer dort.
In mehreren Teichen und Tümpeln im Twedter Feld fand ich diese (mikroskopisch kleinen) Strukturen, die erstaunlich regelmäßig wirkten. Das sind Fortpflanzungseinheiten (Konidien) eines Schlauchpilzes, der eigentlich unter Wasser lebt (Helicoon, wohl Helicoon sessile, einen deutschen Namen gibt es nicht). Diese Tönnchen, die im Inneren Luft enthalten, setzt der Pilz aber außerhalb des Wassers frei, z.B. wenn der Tümpel ausgetrocknet ist. Später, wenn der Tümpel wieder Wasser führt, schwimmen sie dank der Luft in ihrem Inneren auf der Wasseroberfläche. So können sie sich im Kampf um die Erstbesiedlung von Blättern, die in den Teich fallen, durchsetzen, wenn solch ein abfallendes Blatt auf sie fällt. Mit dem Blatt sinken sie auf den Teichgrund und verdauen es so weit, dass es dann später von Schnecken oder Kaulquappen gefressen werden kann (Kendrick,B: The Fifth Kingdom, 2017).
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Die Täuschende Erdzunge (Geoglossum fallax) in Twedter Feld im November 2024.
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Etwa 100, überwiegend juvenile Stare hatten sich am 22.10.2024 hoch oben in einer großen Pappel im Twedter Felder versammelt – die meisten gut getarnt und fast unsichtbar - und produzierten einen sehr lebhaften und lauten Chorgesang, der eher an Frühling als an Herbst denken ließ.
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Die Blutrote Heidelibelle bei der Eiablage im Herbst 2024 im NSG Twedter Feld.
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August 2024 im Twedter Feld: Dies ist keine Schmetterlingsraupe, sondern die Larve einer Erlen-Keulenhornblattwespe (Cimbex connatus). Der deutsche Name dieses Insekts wirkt etwas sperrig und grob. Das Tier hingegen selber ist trotz seiner Größe zart und schön. Der blaue Streifen auf der Rückenmitte sieht aus wie mit einem feinen Pinsel hingetuscht (unteres Bild). Die ausgewachsenen Keulenhornblattwespen, die mit zu den größten mitteleuropäischen Hautflüglern zählen, sieht man nicht oft. Was auch daran liegen könnte, dass sie sich oft weit oben in den Bäumen aufhalten.
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Die Späte Wespenschwebfliege (Chrysotoxum festivum), hier Ende Juni 2024 im Twedter Feld, ist eine besonders schön gezeichnete Schwebfliege, die nicht nur mit ihrer kontrastreichen Schwarzgelbfärbung sondern auch mit ihren langen Fühlern, scheinbar bedrohlich zugespitzt, eine Wespe nachahmt. Dem aufmerksamen Betrachter verrät sie die Tatsache, dass sie keine wehrhafte Wespe sondern eine völlig harmlose Fliege ist unter anderem dadurch, dass sie sich ruhig hinsetzt und die Flügel spreizt, was Wespen meistens nicht tun.
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Eine weibliche Wolfsspinne (Gattung Pardosa, z.B. die häufige Art Pardosa lugubris) im Juni 2024 im Twedter Feld. Im Sommer sieht man häufig Weibchen von Wolfsspinnen mit einem rundlichen Eikokon herumlaufen. Die Spinne öffnet, wenn die Jungen so weit sind, diesen Kokon an der Nahtlinie ( weiße Kugel oben im Bild) und die Jungen krabbeln ihr auf den Rücken. Hier sind es mehr als 20. Sie werden dann noch einige Tage so umhergeführt.
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Das Bittere Schaumkraut (Cardamine amara) im Mai 2024 im Twedter Feld. Die Pflanze ist ein Frühblüher, deren Blütezeit im Mai oft schon zu Ende geht. Man kann sie unter anderem gut an den violetten Staubbeuteln erkennen. Eine männliche Gemeine Schattenschwebfliege (Baccha elongata), die eigentlich sehr ausdauernd, nämlich mehrere Stunden, ununterbrochen fliegen kann, macht hier eine Pause und frisst den Pollen des Schaumkrauts.
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Wie winzige Luftballons (Bild oben) wirken die Fruchtkörper dieses Schleimpilzes im März 2024 im Twedter Feld an einem stehenden Totholzbaum. Sie schweben dann aber nicht als Ganzes davon (Bild unten), sondern die Hülle platzt auf und die Sporen treiben in die Welt. Auf dem Fruchtkörper ganz links erkennt man noch einen Rest der Hülle.
Es handelt sich möglicherweise um eine Art aus der Gattung der Fadenkügelchen: Comatricha laxa. Die bekannteste Art dieser Gattung der Fadenkügelchen wäre Schiefergraue Fadenkügelchen (Comatricha nigra), es hat eher kugelige Köpfchen, während bei Comatricha laxa die Köpfchen länglich sein können.
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Eine Große Rindenspringspinne (Marpissa muscosa) schon am 21.2.2024 im Twedter Feld. Man findet diese Spinne häufig, so wie hier, auf Weidepfählen aus Holz. Sie lebt in Hohlräumen dieser Pfähle in einem Wohngespinst.
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Die Buschige Astflechte (Ramalina fastigiata) Ende Januar 2024 im NSG Twedter Feld. Daneben befinden sich noch andere Flechten auf dem Bild, vor allem die gelbgrünen Wand-Gelbflechten. Diese kann man an sehr zahlreichen Strauchästen und an Bäumen im ganzen NSG finden. Die Buschige Astflechte (in der Mitte des Bildes) ist hingegen seltener. Ich habe auch schon die deutschen Namen „Trompetenzweigmoos“, wobei sie aber natürlich kein Moos ist, und „Skulptur-Astflechte“ für sie gelesen. Den letzten Namen finde ich gar nicht so schlecht. Äste im botanischen Sinne hat sie ja eigentlich auch nicht, da eine Flechte keine Pflanze ist, sondern zu den Pilzen gehört. Aber ihre Gestalt erinnert tatsächlich etwas an eine bizarre, sehr fremdartige Skulptur. Sie ist sonst schon an den meist sehr zahlreichen rundlichen Fruchtkörpern (sogenannten Apothecien), die an Enden schmaler Lappen sitzen, zu erkennen (daher wohl der Name „Trompetenzweigmoos“). Diese Fruchtkörper waren bei den Exemplaren, die ich fand, selten. Die Flechte selbst soll selten geworden sein, weil sie Luftschadstoffe nicht gut verträgt. Im Twedter Feld wächst sie in der Nähe von Ackerflächen, die intensiv gedüngt werden. Vielleicht reagiert sie darauf mit verminderter Fruchtkörperbildung. Die Wand-Gelbflechte hingegen kommt mit einem hohen Nährstoffangebot gut zurecht und wird die Buschige Astflechte vielleicht einmal überwachsen.
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1.1.2024 im Twedter Feld. Die Haseln schon in voller Blüte. Ihr immer früherer Blühbeginn ist eine Folge des Klimawandels, an die man sich schon gewöhnt hat. Dass die auch auf dem Bild zu sehenden Brombeeren häufiger werden, soll auch Folge des Kohlendioxid-Anstiegs in der Luft sein. Ebenso das stärkere Wachstum der Lianen. Im Hintergrund ist eine Liane im Twedter Feld zu sehen, nämlich die Waldrebe. Hier im Norden ist sie nicht heimisch, sondern gilt als Neubürger. Das stärkere Wachstum der Lianen im Regenwald, so ist vermutet worden, könnte diesem bei der Bewältigung der Klimawandelfolgen helfen. Ähnliches gilt ja dann vielleicht auch für die Lianen des Twedter Felds, wo es an weiteren Klettersträuchern auch noch Geißblatt, Efeu und Hopfen gibt.